KoDRM-AT: Gemeinsam Daten nutzen – für eine vernetzte Mobilität in Österreich

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28.02.2025

Im Frühjahr 2025 wurde das Forschungsprojekt „KoDRM-AT – Konzeptstudie für die Umsetzung eines nationalen Mobilitätsdatenraums in Österreich aus dem Förderprogramm des Klima- und Energiefonds zur „Digitalen Transformation in der Mobilität 2022“ erfolgreich abgeschlossen.

 

In einer Laufzeit von 18 Monaten wurde untersucht, wie Mobilitätsdaten in Österreich zukünftig rechtssicher, effizient und koordiniert geteilt und genutzt werden können – im Einklang mit europäischen Entwicklungen und im Interesse aller Beteiligten.

Die Mobilitätsverbünde Österreich waren als Projektpartner aktiv eingebunden und brachten die Perspektive des öffentlichen Verkehrs bzw. der sieben Verkehrsverbünde Österreichs und deren Erfahrung mit offenen Datenplattformen sowie konkrete Anforderungen an Multimodalität, Datenqualität und föderale Zusammenarbeit in das Projekt ein. Das Projekt wurde unter der Leitung von Salzburg Research gemeinsam mit zahlreichen Partnern wie ASFINAG, ÖBB, ÖAMTC, ORF und den Mobilitätsverbünden Österreich durchgeführt.

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Warum ein Mobilitätsdatenraum?

 

Fahrpläne, Verkehrsmeldungen, Baustelleninfos, Routenempfehlungen oder Echtzeitdaten – all das sind Mobilitätsdaten, die täglich entstehen und von vielen Stellen bereitgestellt werden: von Verkehrsunternehmen, Infrastrukturbetreibern, Navigationsdiensten, Medien und Behörden. Ziel von KoDRM-AT war es, ein gemeinsames Konzept für einen österreichischen Mobilitätsdatenraum (ÖMDR) zu entwickeln. Dieser Datenraum soll eine sichere, strukturierte und faire Umgebung schaffen, in der Mobilitätsdaten aus verschiedenen Quellen vernetzt, genutzt und weiterentwickelt werden können – zum Nutzen der Öffentlichkeit, für bessere Mobilitätsangebote und fundierte Verkehrsplanung. Hintergrund ist die europäische Datenstrategie, die einen fairen, wettbewerbsfähigen und datensouveränen Umgang mit Informationen anstrebt. Gleichzeitig gibt es auf europäischer Ebene bereits zahlreiche Initiativen – wie den EuropeanMobility Data Space EMDS – mit denen Österreich künftig stärker verknüpft werden soll.

 

Bestehende Strukturen nutzen – und weiterentwickeln

 

In Österreich gibt es bereits seit Jahren erfolgreiche Datenplattformen wie die Graphenintegrations-Plattform GIP, die Verkehrsauskunft Österreich VAO, die Echtzeit-Verkehrsinformation Straße EVIS.AT oder das ÖV-Datensammelsystem der Mobilitätsverbünde Österreich. Diese nationalen Lösungen gelten als Best Practice – doch bislang fehlte ein gemeinsamer Rahmen, wie diese Daten systematisch zusammengeführt und weiterentwickelt werden können. KoDRM-AT setzte genau hier an: Ziel war nicht, neue zentrale Strukturen zu schaffen, sondern bestehende Ansätze zu vernetzen, Zuständigkeiten zu klären und die Voraussetzungen für einen nationalen Datenraum zu definieren.

 

Zentrale Ergebnisse des Projekts – Von Use Cases zur Umsetzung – ein praxisnaher Fahrplan

 

Im Rahmen von KoDRM-AT wurden die rechtlichen, organisatorischen und technischen Grundlagen für einen österreichischen Mobilitätsdatenraum umfassend analysiert. Gemeinsam mit den Projektpartner:innen entstanden konkrete Empfehlungen – von einem rechtlichen Leitfaden zur Datenweitergabe über eine strukturierte Stakeholder-Landschaft bis hin zur Bewertung bestehender europäischer Datenraum-Modelle. Erste technische Tests mit demdeutschen Mobility Data Space zeigten zudem, wie ein solcher Datenraum in der Praxis funktionieren kann.

 

Basierend auf konkreten Anwendungsfällen aus der Mobilitätspraxis – etwa zur Nutzung von Fahrplandaten, Verkehrslageinformationen oder multimodalen Schnittstellen – wurden gemeinsam mit den Projektpartner:innen sechs prioritäre Use Cases definiert und darauf aufbauend zentrale Anforderungen an einen nationalen Mobilitätsdatenraum abgeleitet. Im Fokus standen dabei strategische Relevanz, öffentlicher Nutzen, Multimodalität sowie Anschlussfähigkeit an europäische Entwicklungen.

 

Auf dieser Grundlage entstand ein dreistufiges Umsetzungsmodell: von einem ersten Proof-of-Concept über einen strukturierten Beta-Betrieb bis hin zum dauerhaften Regelbetrieb. Für die Umsetzung wird ein gemeinwirtschaftlich organisiertes Modell unter öffentlicher Trägerschaft empfohlen – begleitet von kontinuierlicher Forschung und Weiterentwicklung.

 

Beitrag der Mobilitätsverbünde Österreich

 

Als etablierter Akteur im Bereich multimodaler Verkehrsdaten und Betreiber des ÖV-Datensammelsystems brachten die Mobilitätsverbünde Österreich ihre langjährige Erfahrung aktiv in das Projekt ein. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere:

 

  • die konsequente Einbindung des öffentlichen Verkehrs in nationale Datenräume,
  • die Stärkung der Verkehrsverbundstrukturen als föderale Träger nachhaltiger Mobilität,
  • sowie die Sicherstellung von Verfügbarkeit und Qualität multimodaler Mobilitätsdaten.

 

Fazit: KoDRM-AT liefert die konzeptionelle Grundlage für einen fairen, zukunftsfähigen und kooperativen Umgang mit Mobilitätsdaten in Österreich. Der entwickelte Datenraum soll alle Akteur:innen zusammenbringen – Infrastrukturbetreiber, Verkehrsunternehmen, Informationsdienste, Verwaltung und Forschung – mit dem Ziel, Mobilität vernetzter, effizienter und nutzerfreundlicher zu gestalten. Die Mobilitätsverbünde Österreich werden diesen Weg aktiv mitgestalten – für eine datengestützte, multimodale und innovative Mobilität in Österreich.

 

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