Im Frühjahr 2025 wurde das Forschungsprojekt „SAM-AT – Strategie und Umsetzungsvorbereitung für Verkehrsinformation durch integriertes Verkehrsmanagement im Mobilitätssystem“ aus dem Förderprogramm des Klima- und Energiefonds zur „Digitalen Transformation in der Mobilität 2022“ nach einer Laufzeit von 18 Monaten erfolgreich abgeschlossen.
Die Mobilitätsverbünde Österreich waren als Teil des Projektkonsortiums aktiv beteiligt und brachten die Perspektive des öffentlichen Verkehrs bzw. der Verkehrsverbünde sowie die Anforderungen an multimodale Information und Koordination in die Erarbeitung strategischer und operativer Handlungsempfehlungen ein. Verkehrsteilnehmer:innen erwarten heute verlässliche Informationen und integrierte Mobilitätsangebote – insbesondere bei Überlastungen, Abweichungen oder Störungen. Da der Aus- und Neubau von Infrastrukturen nur begrenzt möglich ist, rückt die effiziente Nutzung bestehender Kapazitäten durch integriertes Verkehrsmanagement zunehmend in den Fokus.
Ausgangslage und Zielsetzung
Der Betrachtungsrahmen umfasste sowohl die strategisch-planerische Ebene (z. B. Angebotserweiterungen, Verkehrsinfrastruktur, Bestellung von Verkehren) als auch die operative Ebene (konkrete Abwicklung von Verkehrssituationen). Infrastrukturen und Mobilitätsangebote fungieren dabei als Bindeglied: Sie sind Ergebnis langfristiger Planung und zugleich Grundlage für das tägliche Management.
Ziel von SAM-AT war es, die technischen, rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen für ein integriertes Verkehrsmanagement und eine koordinierte Verkehrsinformation in Österreich zu analysieren und daraus einen tragfähigen Umsetzungsplan zu entwickeln. Im Fokus stand dabei der Aufbau einer kooperativen, intermodalen Steuerung, die auf abgestimmte Zusammenarbeit und Informationsaustausch zwischen den relevanten AkteurInnen setzt – im Sinne des Mobilitätsmasterplans „vermeiden – verlagern – verbessern“.
Fünf Handlungsfelder – Drei Schwerpunkte
Das Projektkonsortium – bestehend u. a. aus ASFINAG, ÖBB-Infrastruktur, Mobilitätsverbünde Österreich, ORF, ÖAMTC, wissenschaftlichen Einrichtungen sowie Stakeholdern aus Bund und Ländern – identifizierte 19 konkrete Maßnahmenvorschläge entlang folgender fünf Handlungsfelder:
- Strategische Lenkung etablieren
- Verantwortlichkeiten definieren und stärken
- Konsistente Verkehrsinformation bereitstellen
- Operative Kooperation verbessern
- Rechtliches Fundament anpassen
Diese Maßnahmen adressieren drei übergeordnete Schwerpunkte:
- Strategische Abstimmung der Akteure
- Stärkung der übergreifenden Verkehrsinformation
- Verbesserte Zusammenarbeit der operativen Einheiten
Berücksichtigt wurden dabei auch zahlreiche bewährte Systeme und Initiativen, darunter die Graphenintegrationsplattform GIP, die Verkehersauskunft Österreich VAO, die Echtzeit-Verkehrsinformation Straße EVIS.AT, das Leuchtturmprojekt DOMINO sowie das ÖV-Datensammelsystem der Mobilitätsverbünde Österreich. Diese zeigen, dass Koordination ohne Zentralisierung möglich ist. SAM-AT knüpft daran an und empfiehlt, bestehende Strukturen nicht zu ersetzen, sondern gezielt zu stärken und besser zu vernetzen – sowohl auf strategischer als auch auf betrieblicher Ebene.
Die Mobilitätsverbünde Österreich haben sich in diesem Prozess besonders dafür eingesetzt, dass der öffentliche Verkehr als integraler Bestandteil eines multimodalen Verkehrsmanagements verankert wird. Neben dem strategischen Austausch auf Bundesebene wurden auch erste Schritte zu regionalen Pilotprojekten gesetzt.
Ausblick
Als nächster Schritt werden praktische regionaler Pilotprojekte empfohlen – insbesondere zur Stärkung der operativen Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt stehen reale Use Cases, bei denen der übergreifende Austausch und die koordinierte Informationsbereitstellung konkreten Mehrwert bringen – im Sinne eines „Learning by Doing“-Ansatzes. Auch die Mobilitätsverbünde Österreich werden diesen Weg aktiv mitgestalten – durch die gezielte Einbindung des öffentlichen Verkehrs als aktiven Steuerungsfaktor sowie durch die Weiterentwicklung gemeinsamer Daten- und Informationsprozesse.
Fazit: SAM-AT zeigt deutlich, wie integriertes Verkehrsmanagement in Österreich gelingen kann: nicht durch Zentralisierung, sondern durch klare und verbindliche Rollenverteilungen, abgestimmte Maßnahmen und vertrauensvollen Austausch zwischen den beteiligten Akteur:innen. Die Mobilitätsverbünde Österreich leisten mit ihrer offenen Dateninfrastruktur und Netzkompetenz einen zentralen Beitrag – für eine zukunftsorientierte, multimodale Mobilität in Österreich.





