Mobility as a Service (MaaS) – Integration und Kombination unterschiedlicher Mobilitätsangebote für Österreich

Share
09.11.2020

„Nutzen statt besitzen“ und „ohne eigenes Auto ans Ziel“ als Leitprinzipien: zukunftsweisende digitale Plattformen und Apps geben Nutzer:innen jederzeit Zugang zu Mobilitätsangeboten wie Sharing Services

 

Aufgrund des erwarteten Potenzials hat die ITS Austria – als Plattform der verschiedenen Akteure auf Ebene der Verkehrs- und Technologiepolitik, Infrastruktur- und Verkehrsbetreiber, Industrie, Forschung und Ausbildung – Ende 2018 österreichweit die Arbeitsgruppe „Mobility as a Service made in Austria“ (AG MaaS miA) initiiert. Die AG MaaS miA bekennt sich zu einem gemeinsam getragenen Prozess aller verantwortlichen Institutionen und der von dort entsandten Vertreterinnen und Vertreter – seitens Mobilitätsverbünde Österreich vertreten durch Stefan Mayr, Stabsstelle Strategie & Projekte.

Foto: Fluidtime

Zukunft und Projekte 

Ziel war es, die Anforderungen und Funktionalitäten an ein „MaaS made in Austria“-Ökosystem zu definieren und die gemeinsamen Zugangs- und Spielregeln festzulegen. Der internationale Dachverband der Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs UITP, dessen Mitglied einige Verkehrsverbünde sind , definiert Mobility as a Service als „die Integration von und den Zugang zu verschiedenen Mobilitätsdienstleistungen (wie ÖPNV, Ridesharing, Carsharing, Bikesharing, Scootersharing, Taxi, Autovermietung usw.) in einem einzigen, digitalen Mobilitätsangebot. Der maßgeschneiderte Service schlägt jeweils die beste Mobilitätslösung basierend auf den Bedürfnissen des Kunden vor“.

 

Wichtig ist es, die rechtlich-regulatorischen Rahmenbedingungen für „Mobility as a Service“ zu schaffen – für verstärkte Kooperationen, etwa für die Bereitstellung von Daten, die Digitalisierung der Infrastrukturen oder Regelungen für die Nutzung des öffentlichen Raums. Durch integriertes Mobilitätsmanagement, die Verknüpfung von Echtzeit-Verkehrsinformationen, Online-Ticketing oder Reiseplanung kann das Potenzial von Mobilitätsdienstleistungen besser ausgeschöpft werden.

 

Verkehrsverbünde und ‑unternehmen als Anbieter des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) sind der Inbegriff der geteilten Mobilität und haben bereits nachhaltige Mobilitätsoptionen entwickelt, bevor es Shared-Mobility-Angebote gab. Darüber hinaus haben sie den großen Vorteil, in ihren Regionen bereits bekannt zu sein und als erste Anlaufstelle für Mobilität wahrgenommen zu werden. MaaS gilt als vielversprechender Ansatz, unser Mobilitätssystem serviceorientierter und inklusiver zu gestalten und als Chance, zur Verkehrswende beizutragen.

 

Mobilität als Service (MaaS) stellt eine zukunftsweisende Form dar, durch die Mobilitätsangebote und der Zugang zu diesen in Zukunft geregelt werden können. National setzen die Leitprojekte „ULTIMOB“ und „DOMINO“ pilotenhaft innovative Mobilitätskonzepte, unter anderem zu MaaS um und bilden einen wesentlichen Baustein, um Lösungen für bedarfsorientierte, multimodale Mobilitätsangebote zu erforschen. Um Nutzende des Mobilitätssystems bestmöglich zu informieren und zu leiten, werden neuartige Apps sowie Informationssysteme entwickelt.

 

a) MaaS-Forschung: durch das Leitprojekt „DOMINO“

 

Das Forschungsprojekt DOMINO (Drehscheibe für intermodale Mobilitätsservices und -technologien), an dem die Mobilitätsverbünde Österreich als Konsortialpartner mitwirken, stellt ein Leitprojekt mit Fokus auf integrierte Personenmobilität dar. „Projektziel ist die Entwicklung eines durchgängigen, öffentlich zugänglichen Mobilitätsangebotes, das möglichst barrierefrei von allen Nutzer:innen in Anspruch genommen werden kann und die Mobilitäts- und Klimaziele der öffentlichen Hand unterstützt. In aller Kürze: Entwicklung eines Mobilitätsangebots für alle Nutzer:innen – einfach, komfortabel, durchgängig, und vernetzt.“, so Alexander Klein, Geschäftsleiter der Mobilitätsverbünde Österreich.

 

„Für die Gestaltung eines nachhaltigen, effizienten und integrierten Mobilitätsmanagements bedarf es zuverlässiger Partnerschaften. Stakeholder aus dem Verkehrssektor (ASFINAG, ÖBB, Wiener Linien, VOR, NÖ Regional, ÖAMTC), Forschungseinrichtungen (AIT, Herry Consult, FH Oberösterreich, Salzburg Research, Quintessenz), Technologiepartner (Fluidtime, Upstream, iMobility, AlphaHapp, operativ vertreten durch Ummadum), sowie die Länder Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg (als assoziierte Partner) zeichnen für den Erfolg dieses Projekts verantwortlich“, ergänzt Lisa-Marie Stauffer, Stabsstelle Kommunikation & Interessenvertretung der Mobilitätsverbünde Österreich. 

 

Die neuen Mobilitätsservices werden abschließend in drei Pilotregionen (Salzburg, Niederösterreich und Oberösterreich) integriert und erprobt. Für eine wirksame Steuerung im Rahmen von MaaS sind die notwendigen Informationen,  wann, wohin und mit welchen Koordinationsregeln gesteuert und somit der Verkehr verlagert wird. Durch das Schaffen von technischen (Integration ländlicher Mobilitätsservices, Mikro-ÖV, Ride-Sharing, Car-Sharing) und sozialen Voraussetzungen (Bedürfnisse der Mobilitätsnutzer:innen, etc.). Alexander Klein dazu abschließend: „Zur nachhaltigen Absicherung von MaaS made in Austria wirken im Konsortium maßgebliche Akteur:innen der österreichischen Mobilitätslandschaft zusammen. Damit soll die Übertragung der Ergebnisse von DOMINO auf andere Regionen in Österreich gewährleistet werden.“

 

b) MaaS-Integration & Umsetzung: durch das Projekt „ULTIMOB“

 

ULTIMOB (Ultimative Integrierte Mobilitätslösungen) ist wie sein Schwesternprojekt DOMINO ein Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMK) und hat zum Ziel, messbare Verkehrswirkungen bereits während der Projektlaufzeit zu erreichen. Ein wesentlicher Projektinhalt besteht darin, dazu beizutragen, das Thema „MaaS“ in Österreich nachhaltig und im Sinne eines gesellschaftlichen Mehrwerts zu positionieren. Alle in ULTIMOB entwickelten Ideen, Konzepte und Lösungen werden unter Realbedingungen und Einbeziehung der jeweiligen Nutzer:innen getestet. Dazu werden in den vier Pilotregionen bislang fehlende Mobilitätslösungen mit hohem Innovationsgehalt testweise umgesetzt.

 

Stefan Mayr, Stabsstelle Strategie & Projekte der Mobilitätsverbünde Österreich, dazu: „Ziel war es, damit ein sehr hohes Maß an Übertragbarkeit zu gewährleisten, indem für diese Regionen innovative Lösungen konzipiert, geplant sowie real in der Projektlaufzeit umgesetzt und evaluiert werden. Das zweite übergeordnete Ziel ist die Überwindung von Umsetzungsbarrieren im Span­nungsfeld zwischen Technologie, Nutzungsverhalten und Governance. Das dritte übergeordnete Ziel von ULTIMOB besteht darin, im kontinuierlichen Austausch mit relevanten Stakeholder:innen einen wesentlichen Beitrag zu leisten, MaaS in Österreich nachhaltig und im Sinne eines gesellschaftlichen Mehrwerts zu positionieren.“

 

Damit werden die Ko­operationsbereitschaft und das Vertrauen in ein entstehendes MaaS-Ökosystem auf allen Stakeholderebenen gesteigert. Gerade in diesen Bereichen gilt es Hürden zu überwinden, Vertrauen zu schaffen und neue Modelle für die Zusammenarbeit zu finden. Digitale Angebote allein sind derzeit noch nicht in der Lage, fehlende physische Mobilitätsoptionen auszugleichen (z.B. ungenügende Verbindungen und Taktfrequenzen). Es ist auch ein explizites Ziel, über diesen Ansatz die Kooperationsbereitschaft bzw. das Vertrauen in ein entstehendes MaaS-Ökosystem auf allen Stakeholder:innen-Ebenen zu steigern und die internationale Interoperabilität im Fokus zu haben.

 

Das interdisziplinäre Projektteam, in dem auch der Salzburger Verkehrsverbund sowie der Verkehrsverbund Tirol vertreten sind arbeitet an der Umsetzung dieser Ziele bis zum Jahr 2023.

 

Mehr zu DOMINO und ULTIMOB.

 

<ZURÜCK>
Share
BEITRAG teilen

weitere News & Pressemeldungen.